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DIN EN 818

Anschlagketten nach DIN EN 818 richtig wählen - wie geht das?

Anschlagketten sind das robuste Bindeglied zwischen Kranhaken und Last. Dieser Ratgeber erklärt die Gütegrade 8, 10 und 12 nach DIN EN 818, die Wahl der Strangzahl und des Neigungswinkels, die vorgeschriebene Kennzeichnung sowie die Kriterien für die Ablegereife.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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Grad 8/10/12
Gütegrade nach DIN EN 818
1,6-fache
Kraft bei 4 Strängen (Faktor)
45°
empfohlener Neigungswinkel
10 %
Verschleissgrenze am Kettenglied
Inhalt
  1. Gütegrade
  2. Stränge und Winkel
  3. Kennzeichnung
  4. Ablegereife
  5. Häufige Fragen

Was bedeuten die Gütegrade 8, 10 und 12?

Der Gütegrad kennzeichnet die Festigkeitsklasse des Kettenstahls. Grad 8 hat eine Nennbruchspannung von 800 N/mm², Grad 10 erreicht 1000 N/mm² und Grad 12 liegt bei 1200 N/mm². Höhere Gütegrade tragen bei gleicher Nenndicke mehr Last oder erlauben eine dünnere, leichtere Kette.

Rundstahlketten für Anschlagzwecke sind in DIN EN 818‑2 geregelt, die kompletten Kettengehänge in DIN EN 818‑4 (Grad 8) und DIN EN 818‑6. Die Sicherheit gegen Bruch beträgt bei allen Gütegraden mindestens das Vierfache der Tragfähigkeit.

Grad 10 hat sich als Standard durchgesetzt: rund 25 % mehr Tragfähigkeit als Grad 8 bei gleicher Kettendicke. Grad 12 spart nochmals Gewicht, ist aber empfindlicher gegen bestimmte chemische Einflüsse.
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Wie wähle ich Strangzahl und Neigungswinkel?

Anschlagketten gibt es ein-, zwei-, drei- und viersträngig. Die Tragfähigkeit steigt nicht linear mit der Strangzahl, denn der Neigungswinkel jedes Strangs erzeugt zusätzliche Zugkräfte. Entscheidend ist der Winkel zwischen Strang und Senkrechter.

Nach Norm werden zwei Winkelbereiche unterschieden: 0 bis 45° und über 45 bis 60°. Ein Neigungswinkel über 60° ist unzulässig, weil die Strangkräfte extrem ansteigen. Bei einem symmetrisch belasteten Vierstrang gelten rechnerisch nur drei Stränge als tragend.

  • Zweistrang bei 0‑45°: Faktor 1,4 der Einzelstrang-Tragfähigkeit.
  • Zweistrang bei 45‑60°: Faktor 1,0 - der grössere Winkel halbiert den Gewinn.
  • Drei- und Vierstrang bei 0‑45°: Faktor 2,1 (nicht 3 oder 4).
  • Neigungswinkel immer am realen Anschlagpunkt messen, nicht schätzen.
  • Bei unsymmetrischer Last nur die zwei ungünstigsten Stränge rechnen.
Der Tragfähigkeitswert (WLL) auf dem Anhänger gilt für den ungünstigsten zulässigen Winkelbereich. Kürzere Stränge und flachere Winkel erhöhen die Belastung jedes einzelnen Gliedes erheblich.

Welche Kennzeichnung ist Pflicht?

Jedes Kettengehänge trägt einen dauerhaft befestigten Anhänger aus Metall. Er nennt die Tragfähigkeit (WLL) für die zulässigen Winkelbereiche, den Gütegrad, die Nenndicke, die Strangzahl, den Hersteller und die individuelle Chargen- oder Seriennummer zur Rückverfolgung.

Ohne lesbaren Anhänger darf ein Kettengehänge nicht benutzt werden. Fehlt die Kennzeichnung, muss die zulässige Tragfähigkeit als unbekannt gelten und die Kette wird ausser Betrieb genommen.

Zu jeder Anschlagkette gehört eine EG-Konformitätserklärung und ein Prüfbuch. Die Sachkundigenprüfung ist mindestens einmal jährlich vorgeschrieben, bei harten Einsatzbedingungen häufiger.

Wann ist eine Anschlagkette ablegereif?

Ablegereife bedeutet, dass die Kette aus Sicherheitsgründen sofort auszusondern ist. Die wichtigste Grenze ist der Verschleiss: Ist die Gliednenndicke an irgendeiner Stelle um mehr als 10 % abgenommen, ist die Kette abzulegen.

  • Durchmesserabnahme über 10 % an einem Kettenglied oder Bauteil.
  • Längung der Kette um mehr als 5 % gegenüber dem Neuzustand.
  • Anrisse, Kerben, Verformungen oder aufgeweitete Haken.
  • Aufweitung der Hakenöffnung um mehr als 10 %.
  • Korrosionsnarben, Anlassfarben oder Hitzeeinwirkung über 200 °C.
  • Unlesbarer oder fehlender Kennzeichnungsanhänger.
Beschädigte Einzelglieder dürfen nur vom Hersteller oder einer autorisierten Werkstatt mit Originalteilen ersetzt werden. Eigenmächtiges Schweissen oder Nachbiegen macht die Kette unbrauchbar und die Prüfung ungültig.

Eine Sichtprüfung vor jedem Einsatz ist Pflicht. Die dokumentierte Prüfung durch eine befähigte Person ergänzt die tägliche Kontrolle und hält die Rückverfolgbarkeit über die gesamte Lebensdauer aufrecht.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Grad 8 und Grad 10?

Grad 10 hat mit 1000 N/mm² eine höhere Nennspannung als Grad 8 mit 800 N/mm². Dadurch trägt eine Grad-10-Kette bei gleicher Dicke rund 25 % mehr Last oder kann für dieselbe Last dünner und leichter ausfallen.

Warum darf der Neigungswinkel 60° nicht überschreiten?

Mit steigendem Winkel wächst die Zugkraft in jedem Strang stark an. Über 60° steigen die Kräfte so weit, dass die Tragfähigkeit nicht mehr sicher gewährleistet ist. Der zulässige Bereich endet daher bei 60°.

Ab welcher Abnutzung muss ich die Kette ablegen?

Wenn die Nenndicke eines Kettengliedes um mehr als 10 % verschlissen ist, die Kette sich um über 5 % gelängt hat oder Risse, Verformungen und starke Korrosion sichtbar sind. Dann ist die Kette sofort auszusondern.

Wie oft muss eine Anschlagkette geprüft werden?

Vor jedem Einsatz erfolgt eine Sichtkontrolle. Zusätzlich ist mindestens einmal jährlich eine dokumentierte Prüfung durch eine befähigte Person vorgeschrieben, bei rauem Einsatz auch häufiger.

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Wir liefern geprüfte Kettengehänge in Grad 8, 10 und 12 mit Kennzeichnungsanhänger und Prüfbuch - ein- bis viersträngig nach DIN EN 818.

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