Ergonomische Hebehilfen richtig auswählen - wie geht das?
Ergonomische Hebehilfen entlasten den Rücken, wo manuelles Heben an seine Grenzen stösst. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie das Gerät nach Lastgewicht und der Leitmerkmalmethode der DGUV auswählen, welche Grenzwerte gelten und welche Bauart zu Ihrer Aufgabe passt.
Hebehilfen ansehenAb welchem Gewicht braucht man eine Hebehilfe?
Es gibt keine gesetzliche Kilogramm-Grenze, ab der eine Hebehilfe zwingend ist, aber klare Richtwerte. Für Männer gelten rund 25 kg, für Frauen rund 15 kg als Orientierung für gelegentliches Heben in guter Körperhaltung. Wird häufig, ungünstig oder über Schulterhöhe gehoben, sinken diese Werte deutlich.
Praktisch gilt: Ab etwa 20 kg oder bei hoher Wiederholungszahl sollte eine technische Hebehilfe geprüft werden. Muskel-Skelett-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeit und gehen in vielen Betrieben zu 40‑60 % auf manuelle Lastenhandhabung zurück.
Passende Sackkarren, Rollwagen und Lift-Systeme für den innerbetrieblichen Transport.
Zum RatgeberWie hilft die Leitmerkmalmethode bei der Auswahl?
Die Leitmerkmalmethode (LMM) der Bundesanstalt für Arbeitsschutz (BAuA) und der DGUV bewertet die Belastung anhand von Leitmerkmalen. Für das Heben und Tragen fliessen Lastgewicht, Körperhaltung, Ausführungsbedingungen und die Zeitdauer beziehungsweise Häufigkeit in einen Punktwert ein.
Aus der Summe der Punkte ergibt sich ein Risikobereich. Er zeigt, ob die Tätigkeit unbedenklich ist oder ob eine Umgestaltung des Arbeitsplatzes und eine Hebehilfe erforderlich sind.
Welche Hebehilfe passt zu welcher Aufgabe?
Die passende Bauart hängt von Last, Weg und Umgebung ab. Für vertikales Anheben eignen sich andere Geräte als für horizontalen Transport oder das Kippen von Fässern und Rollen.
- Vakuumheber: für dichte, glatte Oberflächen wie Platten, Kartons und Glas, oft bis 50 kg und mehr pro Sauger.
- Elektro-Hubwagen und Scherenhubtische: heben Lasten auf ergonomische Arbeitshöhe und vermeiden tiefes Bücken.
- Manipulatoren und Balancer: führen schwere Teile nahezu schwerelos, ideal bei häufiger Wiederholung.
- Sackkarren und Rollwagen: reduzieren das Tragen über Distanz, entlasten aber nicht das Anheben.
- Fass- und Rollenheber: kippen und positionieren sperrige Gebinde sicher ohne Rumpfdrehung.
Achten Sie auf die Tragfähigkeit mit Sicherheitsreserve, die Hubhöhe und die Beschaffenheit des Bodens. Ein Gerät sollte die Aufgabe komplett abdecken, sonst wird die Last doch wieder von Hand umgesetzt.
Häufige Fragen
Ab welchem Gewicht ist eine Hebehilfe Pflicht?
Ein fester gesetzlicher Grenzwert existiert nicht. Als Richtwert gelten rund 25 kg für Männer und 15 kg für Frauen. Entscheidend ist die Gefährdungsbeurteilung, praktisch wird ab etwa 20 kg oder bei häufigem Heben eine Hebehilfe empfohlen.
Was ist die Leitmerkmalmethode?
Die LMM ist ein von BAuA und DGUV entwickeltes Verfahren, das Lastgewicht, Haltung, Ausführungsbedingungen und Häufigkeit zu einem Punktwert verrechnet. Der resultierende Risikobereich zeigt, ob und wann eine Hebehilfe nötig ist.
Welche Hebehilfe reduziert die Rückenbelastung am besten?
Das hängt von der Aufgabe ab. Vakuumheber und Manipulatoren übernehmen das Anheben nahezu vollständig, während Hubtische tiefes Bücken vermeiden. Wichtig ist, dass die Last nicht doch wieder von Hand umgesetzt wird.
Muss die Auswahl dokumentiert werden?
Ja. Die Gefährdungsbeurteilung nach ArbSchG und die Lastenhandhabungsverordnung verlangen eine nachvollziehbare Bewertung. Die LMM-Punktwerte und die daraus gewählte Massnahme gehören in die Dokumentation.
Passende Hebehilfe gesucht?
Wir unterstützen bei der Auswahl nach Lastgewicht und Leitmerkmalmethode - von Vakuumhebern über Hubtische bis zu Manipulatoren.
Normkonform
Auswahl nach DGUV-Leitmerkmalmethode und Lastenhandhabungsverordnung.
Weniger MSE
Technische Hilfen senken die Wirbelsäulenbelastung nachweisbar.
Richtig dimensioniert
Tragfähigkeit mit Sicherheitsreserve für jede Aufgabe.
Fachberatung
Unsere Spezialisten begleiten die Gefährdungsbeurteilung.