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CLP (EG) 1272/2008

GHS-Gefahrstoffetiketten: welche Anforderungen gelten?

GHS-Gefahrstoffetiketten kennzeichnen chemische Produkte nach der CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 einheitlich und verständlich. Dieser Ratgeber erklärt die Pflichtangaben, die neun Piktogramme, die vorgeschriebenen Mindestgrößen sowie Beständigkeit und geeignetes Druckverfahren.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
GHS-Etiketten ansehen
9
GHS-Piktogramme
52x74 mm
Mindestformat ab >3 l
2 Stufen
Signalwort Gefahr/Achtung
BS 5609
Norm für Beständigkeit
Inhalt
  1. Pflichtangaben
  2. Piktogramme und Format
  3. Mindestgrößen
  4. Beständigkeit und Druck
  5. Häufige Fragen

Welche Angaben muss ein GHS-Etikett enthalten?

Die CLP-Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 schreibt für jedes Kennzeichnungsetikett eines Gefahrstoffs feste Pflichtangaben vor. Sie sorgen dafür, dass Anwender Gefahren sofort erkennen und richtig reagieren können.

Zu den Kernangaben zählen die Identität des Lieferanten, die Produktbezeichnung, die nominale Menge sowie die gefahrenbezogenen Elemente. Fehlt ein Element, gilt das Produkt als nicht vorschriftsmässig gekennzeichnet.

  • Name, Anschrift und Telefonnummer des Lieferanten.
  • Produktidentifikator (Handelsname und relevante Inhaltsstoffe).
  • Nennmenge des Stoffes oder Gemisches bei Abgabe an die Öffentlichkeit.
  • Gefahrenpiktogramme, Signalwort, H-Sätze und P-Sätze.
  • Gegebenenfalls ergänzende Informationen (EUH-Sätze).
Das Signalwort hat nur zwei Stufen: Gefahr für die schwerwiegenderen und Achtung für die weniger schweren Gefahrenkategorien. Trifft Gefahr zu, entfällt Achtung.

Wie sehen die GHS-Piktogramme aus?

GHS-Piktogramme sind rautenförmig, mit schwarzem Symbol auf weissem Grund und rotem Rahmen. Insgesamt gibt es neun Piktogramme, die physikalische, Gesundheits- und Umweltgefahren abbilden.

Jedes Piktogramm muss mindestens ein Fünfzehntel der Etikettenfläche einnehmen und darf 1 cm² nicht unterschreiten. Die Rautenkante darf nicht auf der Spitze abgeschnitten oder verzerrt sein.

Die Kennzeichnungselemente müssen deutlich sichtbar, lesbar und dauerhaft angebracht sein - sie dürfen sich vom Hintergrund klar abheben.

Welche Mindestgrößen gelten für das Etikett?

Die CLP-Verordnung koppelt die Etikettengröße an das Fassungsvermögen der Verpackung. Je grösser das Gebinde, desto grösser müssen Etikett und Piktogramme ausfallen.

Bei sehr kleinen Verpackungen unter 125 ml können unter bestimmten Bedingungen H- und P-Sätze entfallen, das Piktogramm und das Signalwort bleiben aber Pflicht.

Welches Druckverfahren und welche Beständigkeit sind nötig?

Ein GHS-Etikett muss über die gesamte Lebensdauer des Gebindes lesbar bleiben. Chemikalienkontakt, Feuchtigkeit, UV-Licht und Abrieb dürfen die Angaben nicht zerstören - deshalb sind Material, Farbe und Druckverfahren entscheidend.

Für maritime und aggressive Umgebungen gilt die Norm BS 5609 als Referenz: Sie prüft die Haftung im Salzwasser sowie die Beständigkeit von Bedruckung gegen Abrieb und Bewitterung. Kunststofffolien wie Polypropylen oder Polyester sind dafür besser geeignet als Papier.

  • Trägermaterial: PP- oder PE-Folie für Chemikalien- und Feuchtebeständigkeit.
  • Farbsystem: lichtechte, wischfeste Pigmente statt wasserlöslicher Tinten.
  • Laserdruck oder Thermotransfer mit Harzband für dauerhafte Schwarz- und Rotdarstellung.
  • Farblaser oder Vorbedruckung für den roten Rautenrahmen der Piktogramme.
  • Starke Permanenthaftung, die auch auf gebogenen Kanistern hält.
Der rote Rahmen der Piktogramme muss farbecht bleiben - verblasst er zu Orange oder Rosa, ist die Kennzeichnung nicht mehr normgerecht. Thermodirektdruck ist dafür ungeeignet.
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Häufige Fragen

Wie viele GHS-Piktogramme gibt es?

Es gibt neun GHS-Piktogramme für physikalische, Gesundheits- und Umweltgefahren. Auf einem Etikett werden nur die tatsächlich zutreffenden Piktogramme abgebildet.

Wann steht Gefahr und wann Achtung auf dem Etikett?

Das Signalwort Gefahr kennzeichnet die schwerwiegenderen Gefahrenkategorien, Achtung die weniger schweren. Trifft für einen Stoff Gefahr zu, wird Achtung nicht zusätzlich verwendet.

Muss ein GHS-Etikett chemikalienbeständig sein?

Ja, die Kennzeichnung muss dauerhaft lesbar bleiben. Für aggressive oder maritime Bedingungen ist die Norm BS 5609 mit kunststoffbasierten Etiketten und beständigem Druck die anerkannte Referenz.

Welches Druckverfahren eignet sich für GHS-Etiketten?

Empfohlen sind Thermotransfer mit Harzband, Farblaser oder Vorbedruckung. Der rote Rautenrahmen muss farbecht bleiben; reiner Thermodirektdruck ist nicht geeignet.

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