Induktiv oder kapazitiv - welcher Näherungsschalter passt?
Induktive Näherungsschalter erkennen nur Metall, kapazitive nahezu jedes Material. Dieser Ratgeber vergleicht beide Bauarten nach Zielmaterial, Schaltabstand und Umgebung und zeigt, wie Sie den passenden Sensor nach EN 60947-5-2 auswählen.
Näherungsschalter ansehenWie funktionieren induktive und kapazitive Sensoren?
Beide Bauarten schalten berührungslos und verschleissfrei, nutzen aber unterschiedliche physikalische Effekte. Der induktive Näherungsschalter erzeugt ein hochfrequentes elektromagnetisches Feld an der aktiven Fläche. Nähert sich ein Metall, entstehen Wirbelströme, die dem Schwingkreis Energie entziehen und das Ausgangssignal auslösen.
Der kapazitive Näherungsschalter bildet dagegen einen Kondensator, dessen Kapazität sich ändert, sobald ein Objekt in das elektrische Feld eintritt. So werden neben Metall auch Kunststoff, Glas, Holz, Flüssigkeiten und Schüttgut erkannt. Damit eignet sich der kapazitive Sensor auch zur Füllstands- und Niveauüberwachung durch dünne Behälterwände.
Was bestimmt Schaltabstand und Bündigkeit?
Der Nennschaltabstand sn ist nach EN 60947‑5‑2 mit einer Normmessplatte aus Stahl (Fe 360, St37) definiert. Der reale gesicherte Schaltabstand sa liegt bei nur etwa 0 bis 81 Prozent von sn, da Toleranzen, Temperatur und Spannung einberechnet werden. Nichteisenmetalle reduzieren den Abstand über den Korrekturfaktor deutlich.
Wichtig ist zudem die Einbauart: bündig einbaubar (flush) erlaubt das Versenken im Metall, hat aber kürzeren Schaltabstand. Nicht bündig (non-flush) bietet grösseren Abstand, benötigt jedoch eine metallfreie Freizone um den Sensorkopf.
- Faktorsensoren (Full-Range) halten den Schaltabstand über alle Metalle konstant.
- Bei kapazitiven Sensoren lässt sich die Empfindlichkeit oft per Potentiometer justieren.
- Reserve einplanen: mit gesichertem Schaltabstand sa und nicht mit sn rechnen.
Welche Bauart passt zur Umgebung?
Die Umgebung entscheidet über Zuverlässigkeit und Lebensdauer. Induktive Sensoren sind unempfindlich gegen Staub, Öl, Späne und Wasser und daher der Standard in Werkzeugmaschinen und Fördertechnik. Kapazitive Sensoren reagieren empfindlicher auf Feuchte, Kondensat und Anhaftungen, weil diese die Kapazität mit verändern.
Häufige Fragen
Erkennt ein induktiver Sensor auch Kunststoff?
Nein. Induktive Näherungsschalter reagieren ausschliesslich auf Metalle. Für Kunststoff, Glas, Holz oder Flüssigkeiten benötigen Sie einen kapazitiven Sensor.
Warum ist der Schaltabstand bei Aluminium kleiner?
Der Nennschaltabstand gilt für Stahl. Nichteisenmetalle wie Aluminium oder Kupfer erzeugen schwächere Wirbelströme, sodass der Abstand über einen Korrekturfaktor auf rund 35 bis 40 Prozent sinkt.
Kann ein kapazitiver Sensor durch eine Behälterwand messen?
Ja. Bei dünnen, nicht metallischen Wänden erfasst der kapazitive Sensor den Füllstand dahinter. Die Empfindlichkeit wird dazu per Potentiometer auf das Medium eingestellt.
Was bedeutet bündig einbaubar?
Bündige Sensoren dürfen flächengleich in Metall versenkt werden und sind mechanisch geschützt, haben aber einen kürzeren Schaltabstand als nicht bündige Ausführungen.
Den richtigen Näherungsschalter finden?
Wir liefern induktive und kapazitive Sensoren in M8 bis M30, bündig und nicht bündig, mit PNP/NPN-Ausgang und IP67 bis IP69K.
Normgerecht
Schaltabstände geprüft nach EN 60947-5-2.
Berührungslos
Verschleissfreies Schalten ohne mechanischen Kontakt.
Breites Programm
Bauformen M5 bis M30, bündig und nicht bündig.
Fachberatung
Wir helfen bei Zielmaterial und Schaltabstand.