Inkremental oder absolut - welcher Drehgeber passt?
Inkrementale Drehgeber zählen Impulse, absolute Drehgeber kennen ihre Position jederzeit - auch nach dem Einschalten. Dieser Ratgeber vergleicht beide Prinzipien, erklärt Single- und Multiturn sowie Schnittstellen und zeigt, wann der Positionserhalt nach Spannungsausfall den Mehrpreis rechtfertigt.
Drehgeber ansehenWie unterscheiden sich inkremental und absolut?
Ein inkrementaler Drehgeber liefert pro Umdrehung eine feste Zahl an Impulsen (z. B. 1024 oder 5000) über die Spuren A und B. Die Steuerung zählt diese Impulse und leitet daraus Weg, Drehzahl und Richtung ab. Die absolute Lage kennt er nicht - nur die Änderung seit dem Einschalten.
Ein absoluter Drehgeber gibt dagegen für jede Winkelstellung einen eindeutigen digitalen Wert aus, meist über einen codierten Glas- oder Magnetring. Nach dem Einschalten ist die Position sofort bekannt, ohne dass die Maschine erst eine Referenzfahrt ausführen muss.
- Inkremental: Spuren A, B und Referenzimpuls Z, gezählt in der Steuerung.
- Absolut Singleturn: eindeutiger Wert innerhalb einer Umdrehung (0‑360 Grad).
- Absolut Multiturn: zählt zusätzlich die vollen Umdrehungen mit.
- Absolut behält die Position auch im spannungslosen Zustand.
Wann rechtfertigt der Positionserhalt den Mehrpreis?
Absolute Drehgeber kosten mehr, sparen aber die Referenzfahrt und den zugehörigen Freiraum. Der Mehrpreis lohnt sich überall dort, wo eine Homing-Fahrt gefährlich, langsam oder schlicht unmöglich ist - etwa bei schweren Achsen, Hubwerken oder wenn nach einem Spannungsausfall sofort weitergearbeitet werden soll.
Welche Auflösung und Schnittstelle brauche ich?
Die Auflösung eines inkrementalen Gebers wird in Impulsen pro Umdrehung (PPR) angegeben, die eines absoluten in Bit. 12 Bit entsprechen 4096 Schritten pro Umdrehung, hochwertige optische Geber erreichen bis zu 22 Bit. Die Schnittstelle muss zur Steuerung passen.
- Inkremental: HTL (Push-Pull) oder RS-422/TTL für längere Leitungen und höhere Frequenzen.
- Absolut seriell: SSI - robust, einfach und weit verbreitet.
- Absolut über Feldbus: PROFINET, EtherCAT, CANopen oder PROFIBUS.
- Neuere Antriebe: BiSS-C oder EnDat für schnelle, digitale Positionsübertragung.
Häufige Fragen
Verliert ein inkrementaler Drehgeber die Position bei Stromausfall?
Ja. Er zählt nur Impulse ab dem Einschalten. Nach einem Spannungsausfall ist die absolute Lage unbekannt und die Maschine muss eine Referenzfahrt zum Nullimpuls ausführen.
Was ist der Unterschied zwischen Singleturn und Multiturn?
Singleturn liefert einen eindeutigen Wert innerhalb einer Umdrehung. Multiturn zählt zusätzlich die vollen Umdrehungen und behält sie auch im spannungslosen Zustand - ideal für Spindeln, Hubwerke und Getriebe.
Wann lohnt sich ein absoluter Drehgeber?
Wenn eine Referenzfahrt zu langsam, gefährlich oder unmöglich ist - etwa bei schweren Achsen, Kränen oder wenn nach einem Ausfall sofort weiterproduziert werden muss.
Welche Schnittstelle ist die richtige?
Sie richtet sich nach der Steuerung. HTL/TTL für inkremental, SSI für einfache absolute Anwendungen, PROFINET oder EtherCAT für vernetzte Anlagen, BiSS-C oder EnDat für moderne Servoantriebe.
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Beide Prinzipien
Inkremental und absolut aus einer Hand.
Multiturn verfügbar
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Optisch und magnetisch bis IP67.
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