Säulen- oder Wandschwenkkran - welcher passt zum Arbeitsplatz?
Ein Schwenkkran hebt Lasten am festen Arbeitsplatz und schwenkt sie kontrolliert in den Griffbereich. Dieser Ratgeber vergleicht Säulen- und Wandschwenkkran und zeigt, wie Sie Traglast, Ausladung, Schwenkbereich und bauliche Befestigung richtig aufeinander abstimmen.
Schwenkkrane ansehenSäulen- oder Wandschwenkkran - was ist der Unterschied?
Beide Bauarten führen eine Last an einem drehbaren Ausleger. Der Säulenschwenkkran steht auf einer eigenen Fundamentsäule und schwenkt bis 360°, der Wandschwenkkran wird an einer tragenden Wand oder Stütze montiert und schwenkt meist 180°.
Der Säulenschwenkkran ist unabhängig von der Gebäudestruktur und eignet sich für frei stehende Arbeitsplätze in der Hallenmitte. Der Wandschwenkkran spart Bodenfläche, setzt aber eine ausreichend tragfähige Wand oder Betonstütze voraus.
Wie bestimme ich Traglast und Ausladung?
Die Traglast muss die schwerste Last plus das Gewicht von Hebezeug und Anschlagmittel abdecken. Die Ausladung ist der horizontale Abstand von der Drehachse bis zur äussersten Lastposition - sie muss den gesamten Arbeitsbereich erreichen.
Traglast und Ausladung hängen zusammen: Das Lastmoment aus Gewicht mal Ausladung bestimmt die Beanspruchung von Ausleger und Befestigung. 250 kg bei 4 m Ausladung ergeben ein Lastmoment von 1000 kg·m, das die Säule oder Wand sicher aufnehmen muss.
- Traglast inklusive Kettenzug, Traverse und Anschlagmittel rechnen, nicht nur das Nettoteil.
- Ausladung so wählen, dass die Last jeden Punkt des Arbeitsplatzes erreicht, ohne zu klemmen.
- Reserve einplanen: Krane werden nach der nächsthöheren Standard-Traglaststufe ausgelegt.
- Bei elektrischem Kettenzug das Zuggewicht zur Nutzlast addieren.
- Hubhöhe unter dem Ausleger prüfen - sie sinkt mit Zughöhe und Anschlaglänge.
Worauf kommt es bei Schwenkbereich und Befestigung an?
Der Schwenkbereich legt fest, welchen Kreissektor der Ausleger überstreicht. Säulenschwenkkrane erreichen bis 360°, Wandschwenkkrane sind durch die Wand auf etwa 180° begrenzt. Ein Schwenkbereichsbegrenzer verhindert das Schwenken in Verkehrswege oder gegen Nachbaranlagen.
Die Befestigung entscheidet über die Sicherheit. Der Säulenschwenkkran braucht ein bewehrtes Betonfundament, dessen Grösse sich aus Lastmoment und Bodenpressung ergibt. Der Wandschwenkkran überträgt Zug- und Druckkräfte in zwei Konsolen - die Wand muss diese Kräfte nachweislich aufnehmen.
Passenden Kettenzug oder Seilzug zur Traglast und Hubhöhe wählen.
Zum RatgeberHäufige Fragen
Wie berechne ich die benötigte Traglast?
Addieren Sie zur schwersten Last das Gewicht von Kettenzug, Traverse und Anschlagmitteln und wählen Sie die nächsthöhere Standard-Traglaststufe. So bleibt eine Sicherheitsreserve erhalten.
Wann ist ein Säulenschwenkkran besser als ein Wandschwenkkran?
Der Säulenschwenkkran passt an freistehende Arbeitsplätze ohne tragende Wand und schwenkt bis 360°. Der Wandschwenkkran lohnt sich, wenn eine tragfähige Wand vorhanden ist und Bodenfläche knapp ist.
Was bedeutet die Ausladung beim Schwenkkran?
Die Ausladung ist der horizontale Abstand von der Drehachse bis zur äussersten Lastposition. Sie muss den gesamten Arbeitsbereich abdecken und geht direkt in das Lastmoment ein.
Welche Norm gilt für Schwenkkrane?
Auslegung und Prüfung erfolgen nach DIN EN 15011 im Rahmen der Maschinenrichtlinie. Fundament und Befestigung erfordern zusätzlich einen statischen Nachweis.
Den passenden Schwenkkran gesucht?
Wir liefern Säulen- und Wandschwenkkrane von 80 bis 2000 kg, ausgelegt nach DIN EN 15011 - inklusive Beratung zu Ausladung, Schwenkbereich und Befestigung.
Normgerecht
Auslegung nach DIN EN 15011 und Maschinenrichtlinie.
Passende Traglast
Stufen von 80 bis 2000 kg mit Reserve.
Sicher befestigt
Fundament- und Wanddaten je Modell dokumentiert.
Fachberatung
Spezialisten unterstützen bei Auslegung und Montage.