Sicherheitszeichen nach ISO 7010 richtig auswählen
Sicherheitszeichen lenken Verhalten im Betrieb, warnen vor Gefahren und weisen Fluchtwege aus. Dieser Ratgeber zeigt, welche Verbots-, Warn-, Gebots- und Rettungszeichen nach ISO 7010 und ASR A1.3 in welchen Bereich gehören und wann eine langnachleuchtende Ausführung nach DIN 67510 vorgeschrieben ist.
Sicherheitszeichen ansehenWelche vier Zeichenkategorien gibt es?
Sicherheitszeichen sind nach Form und Farbe in vier Grundkategorien geordnet. Die Kombination aus geometrischer Form, Sicherheitsfarbe und genormtem Piktogramm macht die Botschaft auch ohne Text und über Sprachgrenzen hinweg eindeutig.
Verbotszeichen sind runde rote Schilder mit schwarzem Symbol und rotem Diagonalbalken. Warnzeichen sind gelbe Dreiecke mit schwarzem Rand und Symbol. Gebotszeichen sind blaue Kreise mit weissem Symbol, Rettungszeichen grüne Rechtecke mit weissem Symbol. Brandschutzzeichen ergänzen die Reihe in Rot.
Wie hängen ISO 7010 und ASR A1.3 zusammen?
ISO 7010 legt die genormten Piktogramme europaweit fest, jedes Zeichen trägt einen eindeutigen Code wie P002 (Rauchen verboten), W012 (Warnung vor elektrischer Spannung), M009 (Handschutz benutzen) oder E002 (Notausgang). In Deutschland macht die Technische Regel ASR A1.3 diese Zeichen für Arbeitsstätten verbindlich.
Wer heute neu kennzeichnet, verwendet ausschliesslich die aktuellen ISO-7010-Piktogramme. Alte Zeichen nach der früheren BGV A8 dürfen nicht mit neuen gemischt werden, weil uneinheitliche Symbole die schnelle Erkennung im Ernstfall verzögern.
- P-Codes: Verbotszeichen, zum Beispiel P003 Kein offenes Feuer.
- W-Codes: Warnzeichen, zum Beispiel W001 Allgemeine Gefahrenstelle.
- M-Codes: Gebotszeichen, zum Beispiel M004 Augenschutz benutzen.
- E-Codes: Rettungszeichen, zum Beispiel E003 Erste Hilfe.
- F-Codes: Brandschutzzeichen, zum Beispiel F001 Feuerlöscher.
Welches Zeichen gehört in welchen Bereich?
Die Auswahl folgt der tatsächlichen Gefährdung des Bereichs. Fluchtwege und Notausgänge, Erste-Hilfe- und Brandschutzeinrichtungen sowie Zonen mit besonderen Gefahren müssen erkennbar gekennzeichnet sein.
Wann sind nachleuchtende Zeichen Pflicht?
Rettungs- und Brandschutzzeichen entlang von Fluchtwegen müssen auch bei Ausfall der Beleuchtung sichtbar bleiben. Langnachleuchtende Schilder speichern Licht und leuchten im Dunkeln nach, die Leistungsklassen sind in DIN 67510 geregelt.
Die Nachleuchtdichte wird in mcd/m² angegeben und über die Zeit gemessen. Übliche Klassen sind zum Beispiel 140/20 mcd/m² nach 10 und 60 Minuten oder höhere Klassen für lange Fluchtwege. Wichtig ist eine ausreichende Anregung durch die vorhandene Beleuchtung.
- Fluchtweg- und Notausgangszeichen bevorzugt langnachleuchtend ausführen.
- Standort von Feuerlöscher und Brandmelder ebenfalls nachleuchtend kennzeichnen.
- Vor der Montage ausreichende Aufladung durch Umgebungslicht sicherstellen.
- Klasse nach DIN 67510 passend zur Länge und Bedeutung des Fluchtwegs wählen.
Häufige Fragen
Ist ISO 7010 in Deutschland verpflichtend?
Die Piktogramme der ISO 7010 werden über die Technische Regel ASR A1.3 für Arbeitsstätten verbindlich. Neue Kennzeichnungen sind daher in ISO-7010-Form auszuführen.
Welche Farbe steht für Rettungszeichen?
Rettungs- und Fluchtwegzeichen sind grün mit weissem Symbol. Grün signalisiert nach ISO 3864‑1 immer Sicherheit, Rettung oder einen sicheren Zustand.
Wann brauche ich nachleuchtende Schilder?
Entlang von Flucht- und Rettungswegen sowie an Brandschutzeinrichtungen sind langnachleuchtende Zeichen nach DIN 67510 sinnvoll, damit sie bei Stromausfall sichtbar bleiben.
Darf ich alte und neue Zeichen mischen?
Nein. Innerhalb eines Betriebs sollten Sie einheitlich auf ISO 7010 umstellen, da gemischte Symbolwelten die schnelle Erkennung im Notfall behindern.
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