Stehhilfe auswählen - welche passt zur Steharbeit?
Stehhilfen und Steh-Sitz-Hocker entlasten Rücken und Beine bei Steharbeit, ohne die aufrechte Arbeitsposition aufzugeben. Dieser Ratgeber erklärt die Auswahl nach Sitzhöhe, Sitzneigung, Fußteller und dem passenden Entlastungsprinzip nach DIN EN ISO 14738.
Zum RatgeberWofür braucht man eine Stehhilfe?
Eine Stehhilfe ist kein Stuhl, sondern eine Anlehnhilfe: Der Körper bleibt nahezu aufrecht, das Becken stützt sich auf einer leicht geneigten Sitzfläche ab, während die Füße Bodenkontakt behalten. So wechseln Beschäftigte flüssig zwischen Stehen und Anlehnen und entlasten Wirbelsäule, Knie und Fußgewölbe.
Dauerhaftes Stehen belastet Venen und Bandscheiben. Nach arbeitsmedizinischer Empfehlung sollte reine Steharbeit durch dynamische Haltungswechsel unterbrochen werden. Die Stehhilfe hält die Reichweite und die Übersicht des Stehplatzes, nimmt aber einen Teil des Körpergewichts auf.
So planen Sie Höhe, Reichweite und Bewegungsraum am Montageplatz.
Zum RatgeberWelche Auswahlkriterien sind entscheidend?
Maßgeblich sind Sitzhöhe, Sitzneigung, Standsicherheit und die Verstellmechanik. Die Sitzhöhe richtet sich nach der Arbeitshöhe: Als Faustregel liegt die Sitzfläche der Stehhilfe rund 20 bis 30 cm unter der Arbeitsfläche, damit Ellbogen und Unterarme entspannt aufliegen.
- Sitzhöhe stufenlos per Gasfeder verstellbar, damit mehrere Beschäftigte denselben Platz nutzen können.
- Vorgeneigte oder ballige Sitzfläche öffnet den Hüftwinkel und hält den Rücken aufrecht.
- Gepolsterte oder ergonomisch geformte Sitzschale entlastet den Sitzbeinbereich.
- Höhenverstellung auch im Sitzen erreichbar, ohne aufzustehen.
Fußteller oder Fußring - was ist standsicher?
Weil eine Stehhilfe nur einen Standfuß hat, entscheidet die Basis über die Sicherheit. Ein breiter, beschwerter Fußteller mit rutschhemmender Auflage kippt nicht, wenn sich der Beschäftigte anlehnt, und gleitet beim Aufstehen kontrolliert nach.
- Fußteller (Bodenplatte): große Auflagefläche, kippsicher, oft mit Neigefunktion zum Mitschwingen.
- Fußring am Standrohr: dient als Abstützung der Füße bei höherer Sitzposition.
- Rutschhemmender Bodenbelag oder Gleiter passend zum Industrieboden wählen.
- Für ESD-Bereiche ableitfähige Ausführung mit geprüftem Durchgangswiderstand einsetzen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Stehhilfe und Steh-Sitz-Hocker?
Eine Stehhilfe stützt den Körper im Anlehnen bei fast aufrechter Haltung. Ein Steh-Sitz-Hocker erlaubt zusätzlich eine höhere, hockende Sitzposition mit mehr Gewicht auf der Sitzfläche. Beide dienen dem Wechsel zwischen Stehen und Entlasten.
Wie hoch stelle ich die Sitzhöhe ein?
Als Richtwert liegt die Sitzfläche etwa 20 bis 30 cm unter der Arbeitsfläche, sodass die Unterarme entspannt aufliegen. Stellen Sie die Höhe im tatsächlichen Arbeitsablauf ein und korrigieren Sie nach, wenn die Schultern hochziehen.
Ersetzt eine Stehhilfe den Arbeitsstuhl?
Nein. Die Stehhilfe ist für Tätigkeiten gedacht, die grundsätzlich im Stehen ausgeführt werden. Sie unterbricht die Stehbelastung, ersetzt aber nicht den vollwertigen Sitzarbeitsplatz für längere sitzende Tätigkeiten.
Braucht eine Stehhilfe im ESD-Bereich eine Sonderausführung?
Ja. In ESD-Zonen muss die Stehhilfe ableitfähig sein und über Gleiter oder Rollen mit definiertem Widerstand nach DIN EN 61340‑5‑1 mit dem Erdungssystem verbunden sein.
Die passende Stehhilfe finden?
Wir liefern höhenverstellbare Stehhilfen und Steh-Sitz-Hocker mit kippsicherem Fußteller - auch in ableitfähiger ESD-Ausführung.
Ergonomisch entlastend
Vorgeneigter Sitz für aufrechten Rücken bei Steharbeit.
Kippsicher
Breiter Fußteller mit rutschhemmender Basis.
ESD-fähig
Ableitfähige Ausführung nach DIN EN 61340-5-1.
Auswahlhilfe
Wir helfen bei der Produktauswahl, technische Details klären Sie direkt mit dem Hersteller.