Handwickler, Teller- oder Ringwickler - was lohnt sich?
Wer Paletten sicher und wirtschaftlich stretcht, muss zwischen Handwickler, Tellerwickler und Ringwickler wählen. Dieser Ratgeber vergleicht die drei Systeme nach Palettenzahl pro Tag, erreichbarer Vordehnung und Folienverbrauch und zeigt, ab wann sich die Automatisierung rechnet.
Stretchwickler ansehenHandwickler, Tellerwickler oder Ringwickler?
Für das Stretchen von Paletten gibt es drei Grundprinzipien. Beim Handwickeln läuft die Person mit der Rolle um die Palette. Beim Tellerwickler dreht sich die Palette auf einem Drehteller, während der Folienwagen an einer Säule auf- und abfährt. Beim Ringwickler steht die Palette still und ein Folienring kreist mit hoher Drehzahl um sie herum.
Die Systeme unterscheiden sich vor allem in Durchsatz, erreichbarer Vordehnung und Personalbindung. Ein Handwickler kostet fast nichts, bindet aber dauerhaft eine Arbeitskraft. Teller- und Ringwickler kosten in der Anschaffung mehr, senken aber Folienverbrauch und Zeit pro Palette deutlich.
- Handwickler: geringste Investition, volle Personalbindung, Vordehnung nur 5 bis 15 %.
- Tellerwickler: halbautomatisch, Durchsatz 15 bis 40 Paletten pro Stunde, Vordehnung bis 250 %.
- Ringwickler: hoher Durchsatz bis 150 Paletten pro Stunde, auch für instabile oder überstehende Ladung.
Warum entscheidet die Vordehnung über die Kosten?
Die Vordehnung beschreibt, wie stark die Folie vor dem Auflegen gedehnt wird. Ein Handwickler erreicht nur 5 bis 15 %, weil die Dehnung allein aus der Handbremse kommt. Eine Maschine mit motorischem Vordehnwerk zieht dieselbe Folie um 150 bis 300 % länger - aus einem Laufmeter werden bis zu drei.
Das senkt den Folienverbrauch pro Palette drastisch. Wer von Handfolie ohne Vordehnung auf eine Maschine mit 200 bis 250 % Vordehnung umsteigt, spart je nach Ausgangslage 40 bis 55 % Folie bei gleicher oder besserer Ladungssicherung.
Ab welcher Palettenzahl lohnt die Automatisierung?
Die Entscheidung fällt über die Zahl der Paletten pro Tag. Ein Mensch braucht von Hand rund 2 bis 4 Minuten je Palette, ein Tellerwickler schafft eine Palette in etwa 60 bis 120 Sekunden und läuft dabei ohne ständige Aufsicht.
Rechnen Sie beide Hebel gegen: gesparte Arbeitszeit und gesparte Folie. Bei 20 Paletten pro Tag summieren sich schon spürbare Folien- und Lohnkosten, sodass sich ein Tellerwickler meist innerhalb von 6 bis 18 Monaten amortisiert. Bei sehr hohem Volumen oder empfindlicher Ladung ist der Ringwickler die schnellere und schonendere Wahl.
- Instabile oder leichte Ladung spricht für den Ringwickler, weil er die Palette nicht dreht.
- Sehr schwere Paletten über 1.200 kg lassen sich auf dem Drehteller schlecht beschleunigen - hier punktet der Ring.
- Regelmässige Waage- oder Etikettierschritte lassen sich in automatische Anlagen integrieren.
Häufige Fragen
Ab wie vielen Paletten pro Tag lohnt sich eine Wickelmaschine?
Als grobe Grenze gelten 15 bis 20 Paletten pro Tag. Darüber sparen ein Tellerwickler oder Ringwickler durch die Vordehnung so viel Folie und Zeit, dass sich die Anschaffung meist in 6 bis 18 Monaten rechnet.
Wie viel Folie spart ein Palettenwickler mit Vordehnung?
Gegenüber Handfolie ohne Vordehnung sind 40 bis 55 % Folienersparnis realistisch. Eine Maschine mit 200 bis 250 % Vordehnung macht aus einem Laufmeter Folie bis zu drei bei gleicher Haltekraft.
Wann ist ein Ringwickler besser als ein Tellerwickler?
Der Ringwickler lohnt bei hohem Durchsatz ab etwa 50 bis 100 Paletten pro Tag sowie bei instabiler, leichter oder sehr schwerer Ladung, weil die Palette nicht gedreht wird.
Was bedeutet Vordehnung genau?
Vordehnung ist die prozentuale Verlängerung der Folie vor dem Auflegen. 200 % bedeutet, dass aus einem Meter drei Meter werden. Handwickler erreichen nur 5 bis 15 %, motorische Vordehnwerke 150 bis 300 %.
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Bis zu 55 % weniger Folie durch motorische Vordehnung.
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