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ASR A3.5

Werkstattheizung wählen - welches System passt zur Halle?

Die richtige Hallenheizung hängt von Raumhöhe, Energieträger und der geforderten Mindesttemperatur ab. Dieser Ratgeber vergleicht Dunkelstrahler, Warmlufterzeuger und Infrarot und ordnet sie den Vorgaben der ArbStättV und ASR A3.5 zu.

5 Min.Stand: 2026-07Geprüft: Fachredaktion
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+12 °C
Mindesttemperatur schwere Arbeit (ASR A3.5)
+19 °C
Mindesttemperatur leichte sitzende Arbeit
> 6 m
Raumhöhe: Dunkelstrahler bevorzugt
3 Systeme
Strahlung vs. Warmluft
Inhalt
  1. Systeme im Überblick
  2. Raumhöhe & Auslegung
  3. Energieträger & Kosten
  4. ArbStättV & ASR A3.5
  5. Häufige Fragen

Welche Heizsysteme gibt es für Werkstatt und Halle?

Für Werkstätten und Hallen konkurrieren im Wesentlichen drei Prinzipien: Dunkelstrahler (Infrarot über verdeckte Brennerrohre), Hell- und Elektro-Infrarotstrahler sowie luftführende Warmlufterzeuger. Strahlungsheizungen erwärmen direkt Personen, Böden und Bauteile, Warmluftsysteme erwärmen zuerst die Raumluft.

Der Unterschied ist praktisch relevant: In hohen, gut durchlüfteten Hallen sammelt sich warme Luft unter dem Dach, während am Arbeitsplatz Zugluft und Kälte bleiben. Infrarot umgeht dieses Problem, weil die Wärme dort ankommt, wo die Strahlung auftrifft.

Faustregel: Strahlung dort, wo hohe Decken, häufig offene Tore oder nur Teilflächen beheizt werden. Warmluft dort, wo der ganze Raum gleichmässig temperiert und schnell aufgeheizt werden soll.

Wie bestimmt die Raumhöhe die Wahl?

Die lichte Höhe ist das wichtigste Auswahlkriterium. Warme Luft steigt auf, deshalb verliert eine Warmluftheizung mit jedem Meter Deckenhöhe an Wirkungsgrad, sofern keine Destratifikatoren (Umwälzventilatoren) gegensteuern. Dunkelstrahler benötigen dagegen eine Mindestmontagehöhe, damit die Strahlungsintensität am Boden verträglich bleibt.

  • Bis etwa 4 m: Warmlufterzeuger oder Elektro-Infrarot sind meist wirtschaftlich.
  • 4 bis 6 m: Übergangsbereich, Dunkelstrahler und Warmluft mit Deckenventilator gleichauf.
  • Über 6 m: Dunkel- und Hellstrahler klar im Vorteil, da keine Schichtungsverluste.
  • Punktbeheizung einzelner Arbeitsplätze: Elektro-Infrarot oder Hellstrahler gezielt einsetzen.
  • Offene Tore und häufiger Luftwechsel: Strahlung, weil Luftwärme sofort entweichen würde.
Bei Warmluftlösungen in Hallen ab 5 m Höhe amortisieren sich Umwälzventilatoren oft in ein bis zwei Heizperioden, weil sie die unter dem Dach gestaute Wärme wieder nach unten fördern.
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Welcher Energieträger ist der richtige?

Gas (Erdgas oder Flüssiggas), Strom und Öl decken unterschiedliche Anforderungen ab. Gasbetriebene Dunkel- und Hellstrahler sowie Warmlufterzeuger sind bei grossen Flächen meist am günstigsten im Betrieb, benötigen aber Anschluss und Abgasführung. Elektro-Infrarot ist ohne Abgasanlage installierbar und ideal für kleine oder selten genutzte Bereiche.

Bei gasbetriebenen Warmlufterzeugern und Strahlern ist die Zu- und Abluft zu prüfen. Direkt befeuerte Geräte geben Verbrennungsprodukte in den Raum ab und erfordern ausreichenden Luftwechsel; raumluftunabhängige Geräte führen die Abgase nach aussen.

Welche Mindesttemperaturen fordert die ASR A3.5?

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) verlangt in Arbeitsräumen eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur. Die Technische Regel ASR A3.5 konkretisiert das mit Mindestwerten, die von Arbeitsschwere und Körperhaltung abhängen. Die Heizung muss diese Werte während der Arbeitszeit sicher erreichen.

  • Pausen-, Sanitär- und Sanitätsräume: mindestens +21 °C.
  • Fällt die Temperatur bei sehr niedriger Aussenlage kurzzeitig ab, sind Massnahmen wie Heizstrahler am Arbeitsplatz zulässig.
  • Bei Strahlungsheizung zählt die empfundene Temperatur, die durch die Wärmestrahlung höher liegt als die reine Lufttemperatur.
Bei Infrarot- und Dunkelstrahlern darf die Lufttemperatur etwas niedriger liegen, weil die Strahlungswärme das Behaglichkeitsempfinden anhebt. Das spart Energie, ohne die ASR-Vorgaben zu verletzen.

Häufige Fragen

Dunkelstrahler oder Warmlufterzeuger für eine hohe Halle?

Ab etwa 6 m Deckenhöhe ist der Dunkelstrahler meist überlegen, weil er ohne Warmluftschichtung direkt Personen und Boden erwärmt. Warmluft lohnt sich vor allem in niedrigen, dichten Räumen oder mit Umwälzventilatoren.

Welche Mindesttemperatur muss die Werkstatt haben?

Nach ASR A3.5 gelten je nach Arbeitsschwere und Haltung +20 °C (leicht sitzend), +19 °C, +17 °C oder +12 °C (schwere Arbeit). Pausenräume mindestens +21 °C.

Braucht ein Gasstrahler eine Abgasanlage?

Direkt befeuerte Geräte geben Abgase in den Raum ab und brauchen ausreichenden Luftwechsel. Raumluftunabhängige Dunkelstrahler führen die Verbrennungsgase über ein Abgasrohr nach aussen.

Ist Elektro-Infrarot teuer im Betrieb?

Der Arbeitspreis für Strom liegt über dem von Gas, dafür entfallen Abgasanlage und Wartungsaufwand. Für kleine Flächen und Punktbeheizung ist Elektro-Infrarot oft die wirtschaftlichste Lösung.

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